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Kölner Legenden: Die Heiligen Drei Könige PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rainald Benzler   
Montag, 26. Januar 2004 um 00:00 Uhr
Kölner Stadtwappen (Foto: Rainald Benzler)Das Kölner Stadtwappen ziert neben elf Tränen auch noch drei Kronen. Diese drei Konen symbolisieren die kostbarste Reliquie der Domstadt, die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Es gilt als gesichert, dass die drei Weisen aus dem Morgenland zwar in Kölns heutiger Partnerstadt Bethlehem dem neugeborenen Messias einen Besuch abstatteten, Vater Rhein jedoch nicht mehr als Lebende sehen durften. Wie kamen also ihre Gebeine nach Köln?

Im 12. Jahrhundert zog Kaiser Friedrich I, im Volksmund als Barbarossa bekannt, gegen separatistische Bestrebungen in der Lombardei zu Felde. Unterstützt wurde er dabei vom damaligen Reichskanzler Rainald von Dassel, der in Personalunion auch noch als Erzbischof von Köln fungierte. Besonders erbitterten Widerstand leistete damals die Stadt Mailand, deren Bürger eine Verteidigungsschlacht leisteten, die als Geburtsstunde des "Catenaccio" gelten kann. Diesen Ausflug nach Mailand nutzte der Kölner Erzbischof, um sich quasi als Souvenir auch die Reliquien der damals in Mailand liegenden Könige zu gönnen.

Barbarossa und Rainald hatten folgende Vereinbarung geschlossen: sollte es Rainald gelingen, die lange belagerte Stadt nun endlich zur Aufgabe zu bringen, so durfte er sich als Kriegslohn von Barbarossa einen Wunsch seiner freien Wahl erfüllen lassen. Barbarossa bestand jedoch darauf, dass als erstes der Bürgermeister, gegenüber dem er voll des Zornes war, aufgehängt werden müsse. Nach langen Kämpfen kapitulierte schließlich Mailand am 1. März 1162. Nun war es im Prinzip an Rainald, den Bürgermeister zu hängen. Auch wenn er sicher nicht pingelig war, so war ihm Köpfen und Hängen als Gottesmann doch nicht ganz geheuer. Daher suchte er einen Ausweg, um einerseits das Leben des Bürgermeisters zu schonen und andererseits die sterblichen Überreste der heiligen Trios für Köln zu gewinnen. Wie der Zufall so will, war die Schwester des Mailänder Stadtoberhauptes Äbtissin in dem Kloster, dessen Kirche die Reliquien beherbergte. So kam es hinter den Rücken Barbarossas zu folgendem Pakt: um das Leben ihres Bruders zu retten, müsse sie ihm die Reliquien überlassen (diese einfach zu rauben schickt sich nämlich für den heiligen Zweck nicht). Die Äbtissin willigte ein.

Zwischenzeitlich erkundigte sich der noch immer grollende Barbarossa bei Rainald nach Ort und Zeitpunkt der Hinrichtung. Rainald sicherte zu, dass die Vorbereitungen für den nächsten Morgen abgeschlossen seien. Nun forderte er den freien Wunsch als Belohnung für seine Kriegsdienste ein. Er gebe sich damit zufrieden, was eine einzige Frau auf ihrem Rücken aus der Stadt tragen könne. Friedrich wunderte sich ob dieser Bescheidenheit, dachte sich aber nichts Böses. Als er sich nun am nächsten Tag in die Stadt aufmachte, um der Hinrichtung beizuwohnen, kam ihm eine Frau entgegen, die auf ihrem Rücken einen Mann trug. Die Äbtissin mit ihrem Bruder. Beigeistert war der Kaiser nicht gerade, doch hielt er sich an sein Rainald gegebenes Wort und ließ sie die Stadt verlassen.

Am 23. Juli 1164 traf Rainald von Dassel dann mit Caspar, Melchior und Balthasar im Gepäck unter dem Jubel der Bevölkerung in Köln ein.
Köln wurde eine der wichtigsten Pilgerstätten. In gut fünfzigjähriger Arbeit wurde der noch heute im Dom zu bestauenden Dreikönigsschrein geschaffen, der mit 1,70 m Höhe, 1,80 m Länge sowie einem Gewicht von 300 kg Europas größter Goldsarkophag ist.
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 25. Mai 2008 um 00:25 Uhr
 

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