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Der Hölle entkommen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sven Gebauer   
Dienstag, 20. Mai 2008 um 12:17 Uhr
Pitch invasion Betzenberg (Foto: Sven Gebauer)Es läuft die 69. Spielminute im Fritz Walter Stadion. Mohamad spielt einen flachen Pass steil links in den Sechzehner der Lauterer. Patrick Helmes erläuft das Leder, tanzt am Fünfer-Eck Demai aus und wuchtet den Ball an den kurzen Innenpfosten, von wo aus der Ball an den Rücken von Sippel springt, aber nicht den Weg über die Torlinie findet. Fast im Gegenzug erzielt der starke Josh Simpson in der 70. Minute nach einer verunglückten Abwehraktion von McKenna volley das 1-0 für die Pfälzer. Selten lagen Erfolg und Misserfolg, Klassenerhalt oder Abstieg so eng beieinander. Ein Urschrei aus etwa 35.000 Kehlen löst explosionsartig die Anspannung eines mehrmonatigen Abstiegskampfes. Der Betzenberg ist jetzt ein Tollhaus. Ole ole, ole ola, der FCK ist wieder da, spielt die Stadionregie.
 
Kaiserslautern nun wie aufgedreht
 
Die nun angeschlagenen Geißböcke können den Pfälzern und dem einsetzenden Fritz Walter-Wetter nichts mehr entgegen setzen: Leidenschaftlich erkämpfen sich die Roten Teufel den Ball im Mittelfeld und erzielen binnen Minuten auch das 2-0 und 3-0 durch Ziemer (75., 81.). Die Großbildleinwand zeigt, wie Kurt Beck und Stefan Kuntz sich in den Armen liegen. Nach dem Schlusspfiff gibt es dann kein Halten mehr: Spieler und Betreuer des FCK fallen sich in die Arme, liegen übereinander. Der Klassenerhalt ist geschafft. Die Fans auf der Westtribüne klettern über die Zäune, laufen in den Innenraum. Der Stadionsprecher bittet die Fans um Geduld, die Tore würden geöffnet, damit sich niemand verletzt. Doch die Fans sind nicht zu stoppen. Als die Tore sich schließlich öffnen strömen die Massen einem Dammbruch gleich in den Innenraum. Binnen Minuten ist vom Grün des WM-Stadions nicht mehr viel zu sehen. Eine dicke Party nimmt ihren Anfang.
 
Schwere Ausschreitungen auf dem Platz
 
Dem sportlichen Teil des Nachmittags folgt nun leider der unsportliche Teil: Nicht wenige Domstädter gelangen durch ein Loch im Zaun in den Innenraum. Und so kommt es wie es kommen muss: Während die echten Kölner Fans das bunte Treiben weiter von der Tribüne aus betrachteten, nehmen geschätzte 50 Kölner Schläger die Provokationen einiger Lauterer „Fans“ zum Anlass, völlig sinnfrei in die feiernden Massen zu stürmen. Reiner Zufall, dass bei der anschließenden Panik kaum Verletzte zu beklagen sind. Wüste Schlägereien zwischen den Hooligan-Gruppen zerstören jetzt jede Party-Stimmung. Es vergehen Minuten, in denen weder Ordner noch Polizisten in Sicht sind. Die Situation ist zeitweise außer Kontrolle. Aus den Lautsprechern ertönt ole ole, ole ola, der FCK ist wieder da. Erst als spät doch noch ein massives Polizeiaufgebot eingreift, beruhigte sich die Lage. Auf Festnahmen wurde nach Polizeiangaben verzichtet.
 
Diese Szenen konnten die FCK-Party allerdings nur vorübergehend unterbrechen. In der Innenstadt wurde wenig später bis in den frühen Morgen weitergefeiert.

Fritz-Walter-Stadion, 18. Mai 2008, 48.500 Zuschauer (Foto: Sven Gebauer)
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 17. Juni 2008 um 20:01 Uhr
 

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