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Depeche Mode Live - "Touring the Angel" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ben Fischer   
Sonntag, 05. Februar 2006 um 22:48 Uhr
LTU-Arena Düsseldorf, 21. Januar 2006, 47.000 Zuschauer - Das ging ja gut los. Depeche Mode beehrten die Düsseldorfer LTU-Arena und wir steckten im U-Bahn-Tunnel fest. "Es tut mir leid, wir haben ein gesperrtes Signal", sagte eine hörbar gestresste Fahrerin. Da waren wir extra in einen "Entlastungszug" der Rheinbahn gestiegen, um dann ausgiebig über die Bedeutung eines‚ gesperrten Signals' diskutieren zu dürfen. Düsseldorf! Ein "Schienenersatzbus" brachte schließlich Entlastung für den Entlastungszug, nicht aber für die mittlerweile ebenfalls gestressten Konzertgänger. Aber immerhin fuhr uns der Bus in die Nähe der Arena, sodass es bei den letzten Klängen der Vorgruppe (The Bravery) geschafft war: Wir fahren drin!

Und wir waren nicht allein. 47.000 Menschen sorgten bei geschlossenem Dach für passende Atmosphäre in der formschönen Arena. Ein aufgeregtes Stimmen-Wirrwarr waberte durch die Weite des Raums. Jeder schien dem Hauptakt entgegen zu fiebern.

Wenige Minuten später erlosch das Licht und die Meister betraten die Bühne. Schlappe 18 Jahre hatte es gedauert, bis ich meine einstige Lieblingsgruppe nun endlich live zu Gesicht bekam. Wobei "zu Gesicht" dann doch etwas übertrieben klingt, immerhin waren unsere Oberrangplätze mindestens fünf Kilometer von der Bühne entfernt. Aber ich wähnte mich unter einem Dach mit Dave Gahan, Martin Gore und Andy Fletcher, dem besten Ein-Finger-Keyboarder der Welt. Den Opener machte "A Pain that I'm used to", von der aktuellen Scheibe "Playing the Angel". Die hatte ich zwar noch gar nicht verinnerlicht, aber dank wohl dosiertem Radioeinsatz waren mir zumindest die Single-Auskopplungen wohl bekannt. Und bald darauf spielte das um zwei Bühnenmusiker ergänzte Trio dann auch mein persönliches Lieblingslied: "A Question of Time". Das war Depeche Mode, wie ich sie kannte.

Weitere "alte Hits" folgten, wobei aber vor allem die gitarrenhaltigen Songs gespielt wurden, etwa "Policy of Truth", "Walking in my Shoes", "Behind the Wheel" oder "Personal Jesus". Der Grund lag auf der Hand, wie das Gitarren-Plektrum zwischen Martin Gores Fingern, beschränkte er sich doch den ganzen Abend auf das Spiel an der E-Klampfe. Ach ja, Martin Gore. Schwarze Engelsflügel zierten seinen Rücken und eine ebenso schwarze Kopfbedeckung Marke Kampfhahn seinen Kopf. Herrlich verrückt dieser Mann.

Zwischenzeitlich wirkte sich die mangelnde Kenntnis der neuen Platte allerdings als Nachteil aus. Nicht umsonst hieß das Motto des Abends "Touring the Angel". Dankenswerter Weise wurden diese durchaus selbstverschuldeten Längen immer wieder durch altbekanntes Liedgut überbrückt. Und spätestens als nach zwei ausgiebigen Zugaben auch noch "A Question of Lust", "Everything Counts", "Never let me down again" und der auf jeder Schulparty gespielte Gruppentanz-Klassiker "Just can't get enough" auf der Setlist standen, war auch der letzte Nostalgiker überzeugt. Das war ein richtig feines Konzert, übrigens das bislang größte Hallenkonzert von Depeche Mode auf deutschem Boden.

Setlist: 
Intro
A Pain That I'm Used To
John The Revelator
A Question Of Time
Policy Of Truth

Precious
Walking In My Shoes
Suffer Well
Damaged People
Home (Piano-Version)
I Want It All
The Sinner In Me
I Feel You
Behind The Wheel
World In My Eyes
Personal Jesus
Enjoy The Silence
Erste Zugabe
A Question Of Lust
Just Can't Get Enough
Everything Counts
Zweite Zugabe
Never Let Me Down Again
Goodnight Lovers

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 28. Mai 2008 um 00:58 Uhr
 

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