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DFB-Pokalfinale 2009 - Nacht des Abschieds PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Rainald Benzler   
Mittwoch, 03. Juni 2009 um 23:12 Uhr
DFB-Pokal-Finale 2009: Bayer Leverkusen vs. Werder Bremen (Bild: Benanza Pix/Rainald Benzler)Mitte der 80er Jahre hatte der DFB die gute Idee, das Pokalendspiel regelmäßig in Berlin auszutragen. Was ursprünglich als Aufbauhilfe für die damalige Fußballdiaspora Berlin – Hertha BSC darbte damals im unteren Mittelfeld der 2. Liga – gedacht war, entpuppte sich mit dem Finale 1985 zwischen Bayer Uerdingen und Bayern München als die Geburtsstunde eines deutschen Wembleys. „Berlin, Berlin wir fahren nach Berlin!“ ist zum geflügelten Schlachtruf in vielen Pokalspielen geworden. Und so schätzte auch ich mich glücklich, dem diesjährigen Endspiel live vor Ort beiwohnen zu können, war es doch zugleich die Nacht, in der sich zwei große Fußballer aus der Liga verabschieden würden.

DFB-Pokal-Finale 2009: Bayer Leverkusen vs. Werder Bremen (Bild: Benanza Pix/Rainald Benzler)Beeindruckend, dass schon 90 Minuten vor dem Anpfiff die Menschenmassen sich durch die Gänge des Olympiastadions schoben und kaum ein Durchkommen war. Auch die heftigen Regengüsse taten der feierlichen Atmosphäre keinen Abbruch. Die Ränge glänzten in rot und grün und machten so schon deutlich, dass die Hertha hier heute nichts zu melden hat. Dabei hat grün-weiß mengenmäßig ein deutliches Übergewicht, obgleich ich überrascht war, dass überhaupt rund 20.000 Anhänger der Werkself den Weg in die Hauptstadt gefunden hatten. Gestört wurde dieser feierliche Rahmen nur von der penetranten Beschallung, die wohl eher am Autoscooter auf dem Rummel angebracht ist. Jedenfalls war der Übergang von wilder Mallorca-Muke zur deutschen Nationalhymne mir als traditionsbewussten Fußballfreund doch etwas zu heftig.

DFB-Pokal-Finale 2009: Bayer Leverkusen vs. Werder Bremen (Bild: Benanza Pix/Rainald Benzler)Das Spiel begann recht munter und man merkte sofort, dass beide Teams bemüht waren, ihre enttäuschenden Leistungen in der Liga mit einem Pokalsieg auszumerzen. Von den Bremer Anhängern, die sich ansonsten eher ruhig verhielten, wurde immer wieder ihr Superstar Diego gefeiert, der nächstes Jahr für Juventus Turin die Fußballschuhe schnüren wird. Mehr Lärm machten die Leverkusener Fans, Rheinländer halt. Bis zur Halbzeit konnte sich René Adler einige Male auszeichnen, aber auf der anderen Seite vergab Helmes aus aussichtsreicher Position die Leverkusener Führung.

Nach der Pause drängten die Bremer weiter Richtung Bayertor und kamen zum letztlich entscheidenden Siegtreffer durch Özil, aufgelegt durch den großartigen Diego. Was für ein Abschiedsgeschenk. Nun wachten auch für kurze Momente die Werderfans auf und bejubelten die Führung und ihren brasilianischen Starkicker. Kurz darauf wurde Frank Baumann, ein wahres Bundesligaurgestein, ausgewechselt und bekam somit in seinem letzten Spiel einen würdigen Abschied. Die Labbadia-Truppe versuchte nun mehr nach vorne, blieb aber letztlich ohne wirklich zwingende Torchance.

Mit dem Schlußpfiff setzte nicht nur der Bremer Jubel ein, nein, auch die scheinbar unvermeidliche Beschallung zerstörte viel von der Fußballfeiertagsstimmung. Wirklich schade, dass der DFB hier nicht mehr Mut zur Lücke hat. Der Pokal wurde dann im Konfettiregen überreicht, das Licht wurde runtergefahren. Als Stadionbesucher konnte man nicht mehr viel erkennen, die Stadionregie konzentrierte sich offensichtlich darauf, schöne Fernsehbilder produzieren können. Wie dem auch sei: Werder ist verdienter Pokalsieger und trotz der vom Veranstalter selbst verschuldeten Schwächen ist ein Finale in Berlin etwas ganz Besonderes! Es ist höchste Zeit, dass auch der FC aus Köln endlich wieder den Weg dorthin findet.

Ach übrigens, das Frauenfinale gewann Duisburg mit 7:0 gegen Potsdam. DFB-Pokal-Finale 2009: Bayer Leverkusen vs. Werder Bremen (Berliner Olympiastadion, 74.244 Zuschauer)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 10. Juni 2009 um 22:35 Uhr
 

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