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Volbeat - Guitar Gangsters & Cadillac Blood PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ben Fischer   
Samstag, 25. Oktober 2008 um 01:06 Uhr
Guitar Gangsters & Cadillac Blood (Bild: Mascot Records)Vor ein paar Wochen klingelte das Glück in Gestalt des Postboten an meiner Tür. Nein, er klingelte ein nicht etwa zwei Mal und drückte mir lediglich ein kleines Päckchen in die Hand. Der Absender: ein bekannter, nach einem matriarchalisch organisierten Volksstamm benannter Versandhandel. Der Inhalt: die neue Platte der dänischen Elvis-Rocker von Volbeat. Seit dem läuft "Guitar Gangsters & Cadillac Blood" bei mir in Heavy Rotation. So vertraut die insgesamt 14 Songs beim ersten Hören auch klingen, entpuppt sich die Platte nach mehrmaligem Hören doch als erheblich abwechslungsreicher als ihre beiden Vorgänger.

Da ist zum Beispiel der Song "Still Counting“ mit der herrlichen Anfangszeile "Counting all the assholes in the room, well I’m definately not alone …", unterlegt mit einer lupenreinen Offbeat-Gitarre. Doch gerade als man sich so richtig in den Beat eingenickt hat, blasen einem die Volbeat-Jungs ein fettes Metal-Brett um die Ohren. Nicht nur mit weit aufgedrehtem Lautstärkenregler ein absoluter Kracher. Bei diesem Song werden selbst Opel-Fahrer zu rücksichtslosen Autobahnrasern.

Auch der darauf folgende Song "Light a Way" weiß zu überraschen, kommen hier doch erstmals Streicher zum Einsatz. In perfekter Harmonie mit den sanft dahinfließenden Gitarren verleihen sie dem Stück förmlich Flügel und lassen es samt seiner traurig-schönen Geschichte (ein einsamer kleiner Junge sucht nach seiner in die Sklaverei verschleppten Mutter) durch den Raum gleiten. Kurzum, hier sind Kerzenschein und Gänsehaut angesagt.

Eine Überraschung wartet aber auch schon bei einem der ersten Songs auf der Platte, "Mary Ann’s Place". Zumindest in der Albumversion lässt sich Volbeat-Frontmann Michael Poulsen hier von einer weiblichen Stimme begleiten, nämlich der von Pernille Rosendahl (wer immer das auch ist). Abgesehen davon ist "Mary Ann’s Place" aber auch ein gutes Beispiel für eine Volbeat-Spezialität, dem Hang zu Fortsetzungen. Der Song schreibt die mit dem drogensüchtigen Danny und seiner 16jährigen Freundin Lucy begonnene Geschichte fort, die ihren Anfang auf dem ersten Volbeat-Album nahm ("Fire Song", "Danny & Lucy"). Auf der Flucht vor Lucys Eltern verunglücken die beiden darin mit dem Auto und sterben. Im Song "Mr & Mrs Ness" vom zweiten Album wird dann Lucys Vater mit blutverschmierten Händen aufgefunden und verhaftet. Ihm wird vorgeworfen Lucys Mutter Mary Ann ermordet zu haben. Obwohl unschuldig wird Mr. Ness des Mordes verurteilt. In „Mary Ann’s Place“ besucht er nun während eines Hafturlaubs die neben einander liegenden Gräber seiner Frau und seiner Tochter.

Der rote Faden des aktuellen Albums ist jedoch die Geschichte eines Mannes, der mitten in der Wüste erschossen in einem Cadillac gefunden wird. Als die Polizei eintrifft, sind der Mann und das Auto verschwunden. Der Ermordete fährt in eine Stadt namens 10 House City, wo er mit einigen anderen Leuten eine Band ("Guitar Gangsters & Cadillac Blood") gründet. Um seinen Mörder zu finden geht der Mann mit der Band auf USA-Tournee. Die Identität des Mörders bleibt jedoch unbekannt – Fortsetzung folgt.

Als erste Single wurde „Maybellene i Hofteholder“ ausgekoppelt, was auf Dänisch so viel heißt wie Maybellene in Strapsen. Die Single kam in Dänemark bis auf Platz fünf der Singlecharts – der erste Top-10-Hit. Neben dieser wirklich Ohrwurmverdächtigen Singleauskopplung sind auch die Songs "We" (typischer Volbeat-Lovesong), "Wild Rover of Hell" (Hommage an Metallica) und "A Broken Man and the Dawn", worin ein Kriegsheimkehrer daran zerbricht, dass seine große Liebe an Krebs gestorben ist, absolute Anspieltipps. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, dem sei der nachstehende Konzertmitschnitt empfohlen, denn Volbeat rockt, ob auf Platte oder live.

Bild: Mascot Records


Volbeat Live at the Paradiso (Amsterdam, 9. Oktober 2008)

Zuletzt aktualisiert am Montag, 20. Juli 2009 um 23:37 Uhr
 

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