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Geschrieben von: Ben Fischer   
Freitag, 06. Juni 2008 um 22:35 Uhr
Barack Obama (Foto:  Center for American Progress Action Fund / Flickr.com)Nach seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten hat Barack Obama nun gute Chancen, der erste afroamerikanische Präsident der USA zu werden. Doch wer ist dieser Mensch eigentlich? "Ich höre, er ist ein eindrucksvoller Typ. Ein großartiger Redner. Ein Juraprofessor. Ein Bestsellerautor. Und ein Grammy-Gewinner. Bewundernswert! Doch wie bringe ich das in Einklang mit dem Typen, der bei mir zu Hause lebt?", soll Michelle Obama einmal über ihren Mann gesagt haben. Allein das klingt schon nach einem sehr interessanten Menschen.

Kindheit und Schulzeit
Obama wurde am 4. August 1961 in Honolulu, Hawaii, als Barack Hussein Obama Junior geboren. Seine Mutter Stanley Ann Dunham (1942 - 1995), eine weiße US-Amerikanerin, kam aus Wichita in Kansas. Sein Vater Barack Obama Senior (1936 -1982) stammte aus dem kenianischen Alego, wo er dem Volk der Luo angehörte. Die beiden lernten sich als Studenten an der University of Hawaii in Manoa kennen. Im Februar 1961 heiratete das Paar in Maui, Hawaii, trennte sich 1963 aber wieder und ließ sich kurz darauf scheiden.

Zwei Jahre später heiratete Obamas Mutter den späteren Öl-Manager Lolo Soetoro (ca. 1936 - 1987), einen Indonesier, mit dem sie und ihr Sohn Barack 1967 nach Jakarta gingen. Dort besuchte Obama zunächst eine katholische, später eine staatliche Schule. 1971 kehrte er als 10-Jähriger nach Hawaii zurück, wo ihn seine Großmutter Madelyn Dunham aufzog. Zu dieser Zeit verlor er endgültige den Kontakt zu seinem Vater, der 1982 bei einem Autounfall starb. In Honolulu ging Obama ab der fünften Klasse in die renommierte Privatschule Punahou School, die er 1979 mit High-School-Abschluss und Auszeichnung verließ.

Studium und Beruf
Obama nahm sein Studium zunächst am Occidental College in Los Angeles auf, wechselte aber 1981 an die Columbia University in New York City, wo er 1983 seinen Abschluss in Politikwissenschaften machte. Anschließend arbeitete er ein Jahr für eine Wirtschaftsberatungsgesellschaft in New York und ging 1985 nach Chicago, wo er für eine gemeinnützige Organisation arbeitete. 1988 begann Obama ein zweites Studium an der Harvard Law School. Hier wurde er der erste afroamerikanische Präsident der renommierten Fachzeitschrift Harvard Law Review. 1991 machte er seinen Abschluss in Rechtswissenschaften – mit magna cum laude. Ab 1993 arbeitete Obama in einer auf Bürgerrechte spezialisierten Anwaltskanzlei in Chicago, wo er zudem an der University of Chicago bis zu seiner Wahl in den US-Senat 2004 Verfassungsrecht lehrte.

Politische Karriere
Barack Obama (Foto: United States Congress) 1996 wurde Barack Obama erstmals in den Senat des Staates Illinois gewählt. Dort saß er dem Ausschuss für öffentliches Gesundheitswesen und Wohlfahrt vor. 2000 unterlag Obama bei den Vorwahlen zum US-Repräsentantenhaus seinem Mitbewerber und Amtsinhaber Bobby Rush. Zwei Jahre später wurde er ohne Gegenkandidaten erneut in den Senat von Illinois gewählt. Während seiner Zeit als Senator von Illinois erwarb sich Obama einen guten Ruf als Sozialpolitiker, der für seine Ziele auch Kompromisse einzugehen bereit war. Gleichwohl scheute er sich nicht davor, unpopuläre Überzeugungen zu vertreten, etwa als er sich bereits im Herbst 2002 in Reden gegen den bevorstehenden Irak-Krieg aussprach. „Ich bin nicht gegen alle Kriege. Ich bin gegen dumme Kriege“, soll er damals gesagt haben.

2004 stellte die Demokratische Partei Obama als Kandidaten für die US-Senatswahlen auf. Sein republikanischer Gegner in Illinois war zunächst Jack Ryan, den er in Umfragen aber stets hinter sich ließ. Im Juni 2004 trat Ryan zurück, nachdem eine Bespitzelungsaffäre gegen Obama und öffentlich gewordene Details aus seiner Scheidung von der Schauspielerin Jeri Ryan seinen Ruf ramponiert hatten. Doch auch der nachnominierte Alan Keyes konnte Obamas Siegeszug nicht verhindern. Obama gewann die Wahl mit 70 % der Stimmen, Keyes kam nur auf 27 %. Im Januar 2005 wurde Obama als US-Senator vereidigt.

Barack Obama (Foto: 1msulax / Wikipedia)Zwei Jahre später, am 10. Februar 2007, verkündete Obama vor 18.000 Zuhörern in Springfield, Illinois, seine Präsidentschaftskandidatur. Er tat dies an eben jenem Ort, an dem 149 Jahre zuvor der spätere US-Präsident Abraham Lincoln zur Abschaffung der Sklaverei aufgerufen hatte. Bereits drei Wochen früher, am 20. Januar 2004, gab die ehemalige First Lady Hillary Clinton ihre Bewerbung offiziell bekannt, der gegenüber ihren Mitbewerbern Barack Obama und John Edward die größten Chancen eingeräumt wurden. In seiner Antrittsrede sprach sich Obama für einen Truppenrückzug aus dem Irak bis März 2008 aus.

Der Vorwahlkampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur dauerte 16 Monate und entwickelte sich nach dem Ausstieg von John Edwards zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Clinton und Obama. Dabei ging es auch um die Frage, ob es die erste Frau oder eher der erste Schwarze ins Weiße Haus schaffen wird? Letztlich konnte sich Obama in dem zuweilen mit harten Bandagen und immensen finanziellen Budgets geführten Duell gegen seine Konkurrentin durchsetzen. Am 3. Juni 2008 erklärte er sich nach den Vorwahlen in Montana und South Dakota zum Sieger. Einen Tag später gab Clinton das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur auf. Obamas politischer Kontrahent ist nun der 71-Jährige Präsidentschaftskandidat der Republikaner, John McCain.

Privatleben
Michelle Obama (Foto: Bbsrock / Wikipedia) Barack Obama ist seit 1992 mit Michelle Obama verheiratet, die am 17. Januar 1964 in Chicago als Michelle LaVaughn Robinson geboren wurde. Zusammen mit den beiden Töchtern Malia (1998) und Sasha (2001) lebt das Paar in Chicago. Die 1,80 Meter große Juristin, die ebenfalls an der Harvard Law School studiert hat, sagt über sich selbst, sie habe eine „große Klappe“. Kennen gelernt hat sie Barack Obama als dessen Tutorin in einer Chicagoer Anwaltskanzlei, in der er 1990 ein Anwaltspraktikum absolvierte. Auch heute ist sie die starke Frau an seiner Seite, die sich einerseits voll mit den politischen Zielen ihres Mannes identifiziert, ihn aber andererseits nicht auf ein Podest heben möchte. Häufig war zu lesen, dass sie ihre Zustimmung zur Präsidentschaftskandidatur ihres Mannes an eine harte Bedingung geknüpft hat: er solle mit dem Rauchen aufhören.

Wirken als Autor
Bereits 1995, mit gerade einmal 33 Jahren, veröffentlichte Obama seine viel beachtete Autobiografie „Dreams from my father“. Er setzt sich darin unter anderem mit seinen Drogen- und Alkoholproblemen auseinander, die Folge einer Identitätskrise als junger Afroamerikaner gewesen sind. Obama besticht darin mit einer sympathischen Offenheit, die er zuweilen auch im echten Leben an den Tag legt. Angesprochen auf seine früheren Drogeneskapaden sagte er in Anspielung auf Bill Clinton einmal „Yes, I inhaled, that was the point – Ja, ich habe inhaliert, darum ging es doch“.

Die erste Auflage von 1995 wurde in 20.000 Exemplaren gedruckt. Die leicht überarbeitete Neuauflage von 2004 verkaufte sich dagegen hunderttausendfach und hielt sich 40 Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times. Für das von ihm selbst gesprochene Hörbuch erhielt Obama 2006 einen Grammy als Best spoken word album.

Sein zweites Buch erschien im Oktober 2006 unter dem Titel „The Audacity of Hope“ (in Deutschland: „Hoffnung wagen“). Darin beschreibt er seine politischen Ansichten und gesellschaftlichen Wertvorstellungen, aber auch seine Unsicherheiten als Politiker und Mensch. 2008 erhielt er abermals für das von ihm gesprochene Hörbuch einen Grammy.

Weitere Informationen im Internet:
Wikipedia: Barack Obama (Deutsch)
Wikipedia: Barack Obama (Englisch)
Spiegel Online: Der lange Weg zur Kandidatur
Die Zeit: Sie nennen ihn Kennedy (Portrait)

Fotos:
(1) Center for American Progress Action Fund / Flickr.com

(2) United States Congress
(3) 1msulax / Wikipedia.de
(4) Bbsrock / Wikipedia.org

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Zuletzt aktualisiert am Montag, 09. Juni 2008 um 16:02 Uhr
 
Kommentare (3)
privatslben
3 Donnerstag, 08. Januar 2009 um 13:45 Uhr
???
thank you soo much
Obama u.a.
2 Donnerstag, 23. Oktober 2008 um 22:10 Uhr
???
Hi Ben, unglaublich, zu was du noch alles irgendwie Zeit findest. Spannend, Dein Text, aber ich lese ja gerade auch das ganze Buch (das erste).
Macht weiter so! A.
Verantwortung für Webseiten
1 Dienstag, 12. August 2008 um 19:33 Uhr
???

Was ist eine "exteme Webseite"?

Anmerkung der Redaktion: Die Antwort auf diesen Kommentar findet ihr hier.

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